Kurioses in Sachen Standesamt

9.8.2019

Ich sage immer wieder: “Jede Hochzeit ist gleich. Jede ist anders.”

So halten es auch die Standesämter.

Die Heirat ist ein bürokratischer Akt und dauert trotz der feierlichen Zeremonie nur ca. 15 Minuten. Warten m Trauzimmer auf die Standesbeamtin/den Standesbeamten, Begrüßung, evtl. Ausweiskontrolle (wenn nicht eine separate Anmeldung erfolgte), Formales zur Namensführung, Ansprache, die Frage, Kuss, Ringtausch, Kuss, Verlesung der Urkunde und Unterschrift, Schlusswort, Tschüß – ähm Verabschiedung und Gratulationen.

Während eigentlich überall derjenige, der seinen Namen ändert nach der Unterschrift mit dem neuen Namen noch “geb. …” für “geborene(r) …” schreiben muss, wird dies in Essen einfach weggelassen.

In Köln müssen die Brautpaare hingegen zweimal unterschreiben. Einmal wie überall auch unter der Heiratsurkunde, aber auch einmal auf dem originalen Einleger für das Stammbuch. Dies wird sonst nur vom Standesbeamten unterschrieben.

Dabei sind Verwaltungsakte doch überall gleich. Nun ja, verheiratet ist man in jedem Fall.

Es wird weiterhin geheiratet

4.6.2019

Und zwar aus Liebe – warum auch sonst?

Nach einer zu langen Pause melde ich mich mit einem neuen Beitrag.

Diesmal war ich in Gelsenkirchen-Bismarck. Der Pfarrer der katholischen St. Franziskus-Kirche lässt uns Fotografen freie Hand “so lange Sie mir nicht ins Gehege kommen.” Es ist eine mittelgroße, schlichte und helle Kirche. Die Apsis wurde für die Sakristei weggenommen, was die Kirche im Innern deutlich kleiner wirken lässt als von Außen.

Die stimmungsvolle Trauung endete mit Rosenblättern und Herz-Konfetti vor dem Portal (von der Gesellschaft ordendlich aufgefegt). 

Die anschließende kinderreiche Feier ging bis in die Nacht und wurde im Stadtgarten gefeiert. Ein nette Event-Location mit sehr gutem Essen und Service.

Das Hochzeitspaar wird viel Spaß beim Auspacken dieses Geschenks bekommen. In den Kronkorken sind einige Geldstücke eingearbeitet. Ohne Fleis kein Preis – ähm – Geschenk.

Jede Hochzeit ist gleich, jede Hochzeit ist anders

26.9.2018

Dies zeigte sich letzten Samstag Mal wieder ganz deutlich. Ich dachte ja, ich hätte schon alles (un)mögliche bei kirchlichen Trauungen erlebt. Dies war dann doch eine Premiere.

Mitten im Schlusslied vor dem Segen und Auszug unterbrach die Pfarrerin den Organisten und verkündete, dass draußen wohl mehrere Falschparker einen Linienbus am Einbiegen in eine Straße hindern und der Busfahrer auch bereits die Polizei gerufen habe.

Daraufhin sind einige Personen aufgestanden, um zu schauen, ob ihr Wagen diese Behinderung verursacht.

Mal ganz davon abgesehen, dass der Busfahrer mit einem angepassten Manöver die Kurve gekriegt hätte.

Hochzeitswoche

21.9.2018

Diese Woche war ich zweimal im Standesamt in Düsseldorf und morgen darf ich eine Hochzeit in Gelsenkirchen begleiten.

Gestern war ja wirklich schönes Wetter. Blauer Himmel und ein paar weiße Wolken. Heute dagegen hatte ich mir Sorgen gemacht. Um 10 Uhr regnete es und es sah nicht wirklich nach einer Besserung aus. Doch pünktlich zu “meiner” Hochzeit hörte der Regen auf. Der anschließende Sektempfang konnte wie geplant draußen vor dem Standesamt stattfinden.

Vor dem Standesamt traf ich dann noch ein befreundetes Fotografenteam, drinnen eine befreundete Kollegin. smile

Die Standesbeamtin der gestrigen Hochzeit begleitete auch die heutige. laughing

Jetzt freue ich mich auf morgen.

Köln

31.8.2018

Für einen Düsseldorfer ist eine Fahrt in die benachbarte Domstadt immer einer Herausforderung. Dies ist nicht einmal immer negativ gemeint.

Scherzhaft nennen wir den Dom ja gerne “Bahnhofskapelle ohne Uhr”. Beeindruckend ist dieses Bauwerk aber in jedem Fall.

Wo ist nun die Herausforderung? Sie liegt zum Einen darin, dass die Beschilderung in Köln sehr verwirrend gestaltet ist. Richtungsschilder sind oftmals so knapp aufgestellt, dass man kaum mehr die Fahrbahn rechtzeitig wechseln kann. Zumal häufig auch rechts abbiegen in drei Winkeln möglich ist.
Das dies verwirrend ist geben sogar Einheimische zu.

Sogar GoogleMaps kennt nicht alle Abbiegemöglichkeiten. Da sollte ich doch von Müngersdorf über die Aachener Straße kommend erst noch über die Deutzer Brücke fahren, wenden und wieder über die selbe Brücke zurück, um ins Parkhaus unter dem Heumarkt zu parken. Dabei kann man einfach vorm Brückenkopf mit einem Rechtsschlenk und anschließendem nach links unterqueren der Brücke ebenfalls und viel schneller ins Parkhaus fahren. Na ja.

Die Zweite Herausforderung ist einfach die Tatsache, dass Kölner einen Düsseldorfer für Ihre Trauung engargieren. Diese Konstellation birgt humoristisches Konfliktpotential. Da steht man in der Rentkammer im Rathaus neben/hinter einer Standesbeamtin, die auf meiner Brille den deutlichen Schriftzug “DÜSSELDORF” mit der Skyline erkennt und dann erst einmal ungläubig amüsiert das Brautpaar mustert. Ein Anblick wie aus der VISA-Werbung – unbezahlbar. laughing

Eine weitere Herausforderung ist das Sicherheitspersonal vor Ort. Die sind doch sehr bestimmend und bisweilend herrisch. Ich führe mir aber auch immer vor Augen, dass sie jeden Tag mehrere Hundert Personen leiten müssen und Unbeteiligte nicht zwischen die Hochzeitsgäste mischen lassen möchten bzw. die Hochzeitsgäste und -paare nicht durcheinander kommen lassen möchten.
Wenn man freundlich auf sie zugeht und mitteilt, warum und für wen man da ist, erkennt man, dass sie auch einen freundlicheren Ton können. wink

Durch den Wechsel vom historischen Eingangsportal zum eher nüchtern gehaltenen am Alter Markt ist zwa die Kulisse nicht mehr so schön. Jedoch treten sich die Hochzeitsgesellschaften vor und nach den Trauungen nicht mehr gegenseitig auf die Füße. Oben wurde es durch die beiden Baustellen doch sehr eng. Nun können die einzelnen Gesellschaften ihre Sektempfänge und Begrüßungen doch deutlich weitläufiger und somit von einander getrennt machen. Man findet sich so auch besser.

Doppelhochzeit

24.8.2018

Heute hatte ich eine besondere Erfahrung im Rathaus in Hürth bei Köln machen dürfen.

Eine Doppelhochzeit im Standesamt. Also zwei Hochzeitspaare in einem Trauzimmer, die sich das Ja-Wart geben möchten.

Es saßen also dort, wo normalerweise ein Brautpaar mit Ihren Trauzeugen sitzt, zwei Brautpaare. Ihre Trauzeugen saßen hinter ihnen. Auf dem Tisch lagen somit zwei Brautsträuße und vor dem Tisch “stolperte” eine etwas überforderte und nervöse Standesbeamtin durch die Trauung.

Die Ärmste hat zwar jahrelange Erfahrung mit Brautpaaren. Aber eine Doppelhochzeit ist dann doch eine außergewöhnliche Ausnahme, die selbst gestandene Standesbeamtinnen aus dem Konzept wirft und “ganz wuschig” macht. 

Prompt stapfte verwechselte sie auch die beiden Brautpaare. Wobei die Bräute ja auch noch Schwestern waren. Die Vier, die Standesbeamtin und die Gäste nahmen das aber mit Humor. Wie auch sonst, denn das rheinische Grundgesetz gilt ja immer: Et kütt wie et kütt und et hätt noch ewer jott jejange.

Genau so verließen beide Paare glücklich frisch verheiratet das Trauzimmer in ihre – hoffentlich – glückliche Zukunft.

Fertig machen, gleich wird geheiratet.

10.8.2018

Das ‘Getting-ready’ ist oftmals ein Moment des angegriffenen Chaos. Viele Personen sind sind in einem Raum oder einer Wohnung versammelt. Vieles liegt auf dem Boden, dem Bett, den Tischen. Hier wuselt jemand an den Haaren, dort wird noch etwas ausgepackt…

Alles aber zielt nur dem einen Moment entgegen: Die Braut verlässt die Räume mit perfekt sitzender Frisur, perfektem Make-up und dem schönsten aller Hochzeitskleider.

Die Nervosität fällt ab und weicht der unterschwelligen Angst, was auf dem folgenden Weg noch passieren kann.

Bei dieser Braut war eins völlig anders. Sie war anders. Vollkommen gechillt wartete sie auf ihre Mutter, um in das Kleid zu schlüpfen. Null Nervosität. ER hatte ja schon am Vortag im Standesamt “Ja” gesagt. Was soll jetzt also noch schief gehen? Und wenn schon, dieser Tag wird schön. Fertig.

Ja, und er wurde schön. Bewegende Momente während der Trauung, fröhliche Freunde als Gäste, tolles Wetter.

Hochzeit in Vaals (NL)

29.7.2018

Vor kurzem durfte ich in Vaals, einer Kleinstadt an der deutsch-niederländischen Grenze bei Aachen begleiten.

Im Van-der-Valk-Hotel im Kasteel Blomendal, einem großen, alten Herrenhaus mit Park begleitete ich die Braut beim Getting-Ready.

Die anschließende Trauung fand draußen unter einem mächtigen, alten Baum statt.

Die Candy Bar

2.7.2018

Zur Zeit auf nahezu jeder Hochzeit zu finden:

Die Candy Bar.


Nicht nur für die Kinder sondern auch für die erwachsenden Gäste verlockend. Zumal hier auch Gäste zufällig zusammen kommen, die sich sonst vielleicht eher nicht zusammen stellen würden.

Man kommt ins Gespräch und schon ist man nicht mehr nur noch in seiner kleinen Gruppe.

Kinder kommen ja genauso leicht ins Gespräch.


Die Candy Bar fördert also die Stimmung der Hochzeitsfeier. Nicht nur durch den Zucker.

Zumal auch gerne herzhaftes wie Chips & Co. angeboten wird. wink

Nicht vergessen werden sollten ausreichend viele Pappschälchen.

Nach der Trauung

25.6.2018

Wenn das Brautpaar aus der Kirche gekommen ist und alle Gäste ihnen gratuliert haben folgen immer wieder einige Rituale.

Oft soll sich das Brautpaar durch ein großes Tuch mit Herz schneiden oder gemeinsam einen Baumstamm (meist einen stärkeren Ast) durchsägen sollen. hierbei sind die Scheren kleine Nagelscheren und die Säge stumpf. Es soll ja nicht zu einfach gemacht werden. wink 

Eine weniger anstrengende und vor allem für die Kinder schöne Sache sind Ballons mit Postkarten, die gemeinsam losgelassen werden. Alle Augen folgen den Ballons mit den Glückwünschen und hoffen, dass möglichst viele Postkarten das Brautpaar erreichen.